#51 Kann ich dem Leben vertrauen? Entwicklungstrauma verstehen

Transformations - Inspiration

Um aus dieser Folge alles mitnehmen zu können, höre Dir am Besten zuerst die Folge ....

Nr. 43 an! 

Diese Form der Traumatisierung zu benennen und zu erkennen ist unbeschreiblich wichtig. Für ein Individuum und für eine Gesellschaft. Der Begriff des Entwicklungstraumas ist noch nicht weit verbreitet in der Fachwelt, aber es ist anzunehmen, dass er beschreibt, was eine große Masse an Menschen betrifft und ihre Leben und damit auch die Gesellschaft formt. 

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Was zeichnet ein Entwicklungstrauma aus?

Auszeichnend für diese Art Traumatisierung ist, dass sie in einer vulnerablen (verletzlichen) Zeit unseres Lebens stattfindet, in der Kindheit. Man kann synonym den Begriff „Bindungstrauma“ verwenden. Diese traumatische Wirkung spielt sich vor Allem auf der Ebene der Bindung ab, im zwischenmenschlichen Interagieren und auf all den vielfältigen Ebenen, die es hier gibt.

Wir haben ein sehr sensibles Stresssystem, das bereits im Mutterleib ausgebildet wird. Kleinstkinder erleben Stress, wenn die Bedürfnisse quälen, die sie nicht selbst regulieren können. Dieser Stress wird überfordernd, wenn die Bindungsperson im Außen nicht in der Lage ist, den Stress des Kindes zu regulieren. Diese Stressempfindungen prägen sich in das Nervensystem ein (siehe letzte Folge #50 „Stresstoleranzfester“) und wird auf eine gewisse Art „gespeichert“. Dies führt später zu Symptomen und auch zu unbewussten, teilweise dysfunktionalen Strategien, mit diesem unterschwelligen Stress umzugehen.

Sichere Bindung als Basis für alles

Die Welt ist ein sicherer Ort, wenn die Bindungsperson einen sicheren Hafen darstellt, in den man immer wieder zurückkehren kann. In dieser Atmosphäre aufzuwachsen, ermöglicht es, sich zu entfalten. Auf die Empfindungen zurückgreifen zu können, ist ein ganzes Leben lang unterstützend.

Wie kommt es zur Bindungstraumatisierung?

Wenn die empfundene Sicherheit erschüttert wird, wird etwas tief im Innern verunsichert und ein großes Maß an Stress entsteht.
Diese Erschütterung kann etwas Offensichtliches sein, wie eine Trennung durch Krankheit oder sogar Tod. Gewalt, Vernachlässigung oder „Missbrauch“ durch Bezugspersonen führen natürlich zu Entwicklungs- und Bindungstraumatisierungen.
Es geht aber auch weit subtiler und von außen weniger „dramatisch“ erscheinend: Alles was dazu führt, dass ein Kind außerhalb seines Stresstoleranzfensters landet und dort alleine gelassen wird, kann potentiell traumatisierend wirken. Zu einem solchen Zustand können zahlreiche Situationen führen, die nicht augenscheinlich grauenvoll sind. Beispiele dafür sind sogenannte Schlaftrainings, Trennungssituationen, Veränderungen im Außen und vieles anderes (mehr dazu hörst Du im Podcast).
Selbst ein sicher gebundenes Kind erlebt hier eine hohe Erregung, die zu einem hohen Stressniveau führt und seine Spuren im Nervensystem und im Unterbewusstsein des Kindes hinterlässt.

Symptome von Bindunstrauma sind oft subtil

In der Folge dieser tiefen Verunsicherungen bilden sich dysfunktionale Muster aus, die aus den Prägungen im Nervensystem stammen. Menschen mit Bindungs- und Entwicklungstrauma entwickeln häufig eine dysfunktionale Selbstregulation.
Sie empfinden oft eine chronische, subtile Übererregung im Nervensystem, ein Ohnmachtsgefühl, ein Hilflosigkeitsgefühl, ein tiefes Einsamkeitsgefühl, ungerichtete Wut oder komplexe Schlafstörungen. Natürlich entwickeln sich oft auch kreative Bindungsmuster, die schwierig sein können. Zum Beispiel können Strategien zum Management subtiler Ängste entwickelt werden, wie eine Scheinautonomie. Bindung wird vermieden, weil man niemanden braucht, aber allein zu sein ist gleichzeitig bedrohlich.

Was hilft?

Ganz einfach gesagt hilft auf dem Weg zur Heilung von Entwicklungstrauma, Selbstregulation zu lernen. Das braucht Zeit, Raum, und Hilfe. Bindungstraumatisierungen zu heilen geht nicht alleine sondern nur in wohlwollender und sicherer Interaktion. Es braucht eine gute Portion Selbstreflektion, um Trigger zu erkennen, und sie abzufangen. Ein Mensch mit Entwicklungstrauma braucht „korrigierende Erfahrungen“, die die innere Verunsicherung nach und nach aufweichen. Zudem tut es gut, Körperbewusstsein in Achtsamkeit zu stärken, weil darüber sehr viel Selbstregulation geschehen kann.

Wenn Du mehr erfahren willst, lausche dieser Folge!!

In dieser Folge erfährst Du: 

  • was Entwicklungstrauma und Bindungstrauma ist
  • was für Symptome dadurch entstehen
  • was für Folgen das auf ein Leben haben kann
  • wieso eine sichere Bindung so wichtig ist
  • was ein heilsamer Weg sein kann

 

SHOWNOTES: 

Entwicklungstrauma heilen von Laurence Heller

 

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