#124 Wie kann ich meinem Körper trauen?

Transformations – Inspiration

In dieser Folge geht es um eine Traumafolge, oder ein Symptom unter Traumafolgen, das man beschreiben kann als „Angst vor dem eigenen Körper“…

In dieser Folge erfährst Du:

  • warum Meditation nicht für alle Menschen entspannend ist
  • was autonome Körperreaktionen sind und was sie mit Trauma zu tun haben
  • dass wir alle Gewisse Dinge gelernt haben, um funktional zu bleiben
  • wie du deinen Körper unterstützen kannst und somit wieder zu mehr Verbindung mit ihm kommen kannst

Viele Menschen mit Trauma in ihrer Biografie, die unter Traumafolgen leiden, haben eine sehr schwierige Beziehung zu ihrem Körperwesen, weil dieses Körperwesen einfach immer wieder, ganz automatisch und autonom Dinge tut, vor denen man einfach nur Angst hat. In dieser Folge möchte ich dich also ein wenig darüber informieren, wie wir diese Reaktionen verstehen können, was helfen kann, Angst vor diesen Reaktionen zu mildern und was letztlich helfen kann, diese Reaktionen auch langsam und behutsam abzubauen. Ich wünsche dir viel wertvolle Inspiration und gute Verbundenheit mit dir selbst beim Lauschen.

Für so viele Menschen, die unter Traumafolgen leiden, wäre es so schön, wenn die Dinge, die ihnen angeboten werden, helfen würden. Viele Menschen, die unter Traumafolgen leiden – und manche wissen ja nicht einmal, dass sie darunter leiden – erleben es leider so, dass Angebote wie Meditation, Yoga, Entspannungstechniken oder Visualisierungsübungen ihnen einfach nicht helfen, sondern dass sie genau in den Momenten, wenn sie mit sich tiefer in Kontakt kommen, etwas sehr Unangenehmes erleben. Nämlich Reaktionen in ihrem Körper, manchmal emotionale Reaktionen, manchmal ganz unbeschreibliche, eigenartige Phänomene oder Wohlbekanntes, Altvertrautes, Unangenehmes. Ich möchte dir, bevor ich diese Folge wirklich starte, empfehlen eine vorangegangene Folge zu lauschen, wenn du sie noch nicht kennst. Du findest sie in den Shownotes verlinkt und sie heißt „Warum gewisse Techniken bei Menschen mit Trauma nicht wirken“. Ich werde in dieser Folge auf ein paar Dinge noch etwas tiefer eingehen, die ich in der eben genannten Folge schon beschrieben habe, sodass hier noch mehr Verständnis entstehen kann und noch ein wenig mehr Hilfreiches und Beruhigendes für das eigene System an die Hand gereicht werden kann.

Wenn Ruhe und Meditation unangenehm sind

Ich erinnere mich noch sehr gut an das Jahr 2005 als ich angefangen habe in meiner Praxis Meditationsabende anzubieten. Damals war ich schon ein paar Jahre am Arbeiten, aber ich hatte noch keine Ausbildung in traumatherapeutischen oder traumasensiblen Techniken. Ich war allerdings sehr erfahren in Meditation und freute mich sehr darauf, das endlich auch in der Gruppe anzubieten. Wir waren damals in ein Haus gezogen, in dem ich einen wunderschönen Praxisraum hatte. Somit war ich also sehr froh und motiviert. Viele meiner KlientInnen kamen damals zu meinen Meditationsabenden. Mit fast allen meiner KlientInnen arbeite und arbeitete ich auch damals schon auch mit imaginativen Techniken. Im Einzelsetting war das immer sehr entspannend, lösend und einfach wunderbar in der Prozessarbeit. Ich erinnere mich an meinen ersten Meditationsabend, wo wir in einer kleinen Gruppe saßen und eine Klientin von mir dabei war, die sich schon sehr darauf gefreut hatte. Sie hatte noch keine Erfahrung mit Mediation und freute sich sehr, im vertrauten Umfeld damit zu beginnen. Sie war einfach guter Dinge. Als ich dann mit der Anleitung der geführten Meditation begann, hatte ich natürlich meine TeilnehmerInnen im Blick. Viele von ihnen sind sehr schnell in schöne, tiefe Entspannungszustände geraten und es gab und gibt auch heute immer mal wieder ein kleines Schnarchen von einer Matte oder aus einer Sofaecke, aber diese eine Klientin, die sich so gefreut hatte auf den Abend, schien mir von Minute zu Minute angespannter zu werden. Sie setzte sich auf, sie öffnete die Augen, legte sich wieder hin, kringelte sich ein und als die Meditation zu Ende war und wir eine Befindlichkeitsrunde machten, erzählte sie, dass sie alle Mühe hatte, ihre Panikattacke im Griff zu halten. Für mich war das damals, ähnlich wie für meine Klientin, eine riesige Überraschung und etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Heute leite ich meine Meditationen anders an, verwende andere Worte oder achte auf spezielle Dinge. Ich arbeite heute traumasensibel, wie man es so schön nennen kann. Ich nehme dieses Beispiel zu Beginn, weil es deutlich zeigt, dass für Menschen, die Traumatisierungen in ihrem Inneren tragen, die noch nicht aufgearbeitet sind, alle möglichen, scheinbar wohltuenden Angebote eben nicht wohltuend sind. Dieses Beispiel eignet sich, weil die Klientin sich freute und sich wirklich einlassen wollte und trotzdem eine super unangenehme Erfahrung machte. Sie hatte unglaublich unangenehme Körpererfahrungen, in dem Moment als sie sich auf sich konzentrierte und versuchte zur Ruhe zu kommen.

Panikattacken – der unberechenbare Körper

Eine weitere Klientin lebte lange mit der tiefen Überzeugung, also mit mehr als einem Glaubenssatz, dass sie ihren Körper einfach nicht vertrauen könnte. Diesen Glaubenssatz oder diese große Überzeugung tragen viele meiner KlientInnen lange in sich, ob bewusst oder unbewusst. Für besagte Klientin war ihr Körper unberechenbar. Selbst wenn sie einen schönen Tag hatte, wachte sie oft nachts schlaflos in ihrem Bett. Selbst wenn es ihr gut ging, konnte es passieren, dass von einem Moment auf den anderen ihre Autoimmunerkrankung wieder zuschlug. Häufig war es so, dass dann, wenn sie sich schön gefreut hatte und sorgenlos war, irgendein Symptom in ihrem Körper auftauchte und sie sich damit herumplagen musste und in Angst davor war, dass es nicht wieder gut werden würde. Diese scheinbare Unberechenbarkeit ihres eigenen Körpers führte dazu, dass sie irgendwann eine sehr nachvollziehbar schlechte Beziehung zu ihrem Körper hatte und es vorziehen würde, ihn gegen einen anderen zu tauschen. Ein Klient von mir kämpfte jahrelang mit unberechenbaren Panikattacken. Wie es so typisch ist für sogenannte Panikattacken, kamen sie auch bei ihm völlig unvermittelt und scheinbar ohne Grund. Das führte dazu, dass er sich immer mehr einschränkte in seinem Leben und immer mehr darauf fixiert war, seine Gefühle und seine Körperempfindungen zu unterdrücken.

Autonome Körperreaktionen

All diesen Erzählungen über meine KlientInnen haben eine Gemeinsamkeit….

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Shownotes

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