#54 Wie du mit Triggern umgehen kannst

Transformations – Inspiration

Der Begriff „Trigger“ oder „getriggert sein“ wird inzwischen häufig verwendet und dadurch verwischt das, was er ursprünglich in der Psychotraumatologie meint ein wenig …

In dieser Folge erfährst du…

  • was Trigger sind
  • wie Trigger entstehen
  • was im Körper passiert, wenn du getriggert wirst
  • was du tun kannst, um damit umzugehen

Was ist ein Trigger?

Der Begriff Trigger stammt aus der Waffenlehre und beschreibt den Auslöser oder Abzug. Wenn er einmal aktiviert wurde, löst sich die Patrone und es gibt kein Zurück mehr. Dieses Sinnbild passt auch zu dem Vorgang in der menschlichen Psyche, die hier beschrieben wird. Ein Trigger ist ein Auslösereiz, der etwas Unverarbeitetes im Innern aktiviert. Einmal ausgelöst läuft eine Kaskade los, die schwer zu stoppen ist, jedenfalls dann, wenn es sich um traumatische Erinnerungen handelt, die getriggert, also ausgelöst werden. Ein Trigger löst einen traumanahen, inneren Zustand aus, der von Unwohlsein über eine Panikattacke bis hin zum Flashback reichen kann.

Unter traumatischem Stress werden Reize anders verarbeitet

Wenn eine Situation so überwältigend wird, dass die eigenen Bewältigungsstrategien nicht mehr genügen, erlebt ein Mensch traumatischen Stress. Die Überwältigung der Sinne führt dazu, dass die Reizverarbeitung im Gehirn anders abläuft, als in einer im normalen Maße stressigen Situation. Üblicherweise werden Reize gefiltert und sortiert in wichtig und unwichtig und eine Situation wird als ein schlüssiges Bild mit Anfang, Verlauf und Ende im Gehirn abgelegt. Unter traumatischem Stress versagen diese Filter und die gesamten Sinneseindrücke werden als einzelne Fragmente oft unzusammenhängend im Gehirn gespeichert. Diesen Vorgang nennt man Fragmentierung. Er ist rettend, da die Reizüberflutung andernfalls lebensbedrohlich werden könnte. Die Folge allerdings ist, dass „Erinnerungsschnipsel“, also Fragmente aus dem Erleben, unverknüpft im Hirn „herumliegen“, wenn man es mal bildlich ausdrücken mag. In diesen Fragmenten ist die emotionale Ladung aus dem überwältigenden Geschehen gespeichert bzw. sie sind miteinander verbunden. Diese Fragmente werden nicht einfach verarbeitet und als schlüssige Erinnerung abgelegt. Deswegen sind sie triggerbar und können eine Stresskaskade auslösen. In dem Moment, in dem etwas getriggert wird, steigt der Stress also enorm an.
 Das gleich gilt für Stress, der aus sequentieller Traumatisierung, also z.B. aus Bindungstraumatisierung und Entwicklungstrauma stammt. Hier sind die Trigger oft subtiler, da ganze (kindliche) Seinszustände ausgelöst werden können oder auch Teile davon. So dass man sich in einer gewissen auslösenden Situation beispielsweise plötzlich wie ein kleines Kind fühlt oder neben sich steht und denkt „was rede ich hier nur!? Wieso bleibe ich nicht souverän sondern überschreite meine Grenzen?“. Wenn Fragmente getriggert werden, kann es sein, dass man tatsächlich keine Ahnung hat, was gerade geschieht und mit einem los ist. Ein inadäquates reagieren, ein Ausagieren von Gefühlen, ein plötzliches Verstummen… all das können traumanahe Zustände sein, die durch einen Triggerreiz unbemerkt losgelaufen sind.

Was kann man tun, wenn man auf Trigger reagiert?

Wenn wir hier ganz klar davon ausgehen, dass nur etwas Unverarbeitetes im Innern getriggert werden kann, dann liegt es auf der Hand, dass es nötig ist, das Unverarbeitete zu verarbeiten, damit es nicht mehr triggerbar ist. Die gute Nachricht ist, dass man jedoch nicht alle Inhalte des unverarbeiteten Erlebens aufarbeiten muss (was z.B. bei Entwicklungstrauma nicht gehen würde).
3 Aspekte sind zum Umgang mit Triggern hilfreich:
Werde Dir bewusst, was der Trigger ist. Was genau ist der auslösende Reiz? Ein Duft, ein Ort, eine Jahreszeit, ein Satz, ein Geräusch, ein Verhalten?
Im Moment Deiner Bewusstwerdung erlangst Du die Möglichkeit zurück, Dich zu regulieren, womit wir beim 2. Aspekt sind- Deiner Selbstregulation. Um weniger triggerbar zu sein, brauchst Du Zugang zu Deinem Nervensystem, zu Deiner Selbstregulation. Dazu hilft Dir alles, was Dich entspannt und Dein Bewusstsein, also die Fähigkeit, Dich selbst zu beobachten und auf Dich einzuwirken. Entspannungsübungen, Atemübungen, alles was Du Dir beibringen kannst, um Dich zu beruhigen, ist hier hilfreich, so dass Du in dem Moment wo Du erkennst „etwas wurde gerade getriggert“, handeln kannst. Der 3. Aspekt ist tatsächlich der der Aufarbeitung.

Beispiele zu alledem und weitere, vertiefende Ausführungen findest Du in meiner Podcastfolge. Lausche also unbedingt rein, wenn Du mehr erfahren willst.

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