#78 Warum uns Gefühle Angst machen

Transformations – Inspiration

Wir leben in einer Gesellschaft, in der es nicht gerade belohnt wird, wenn man Gefühle zeigt…

In dieser Folge erfährst Du:

  • welche Rolle Gefühle in unserer Gesellschaft spielen
  • wieso Fühlen für uns als Spezies so wichtig ist
  • dass wir Gefühle je nach unseren Prägungen unterschiedlich wahrnehmen
  • dass es gefährlich ist Gefühle zu dissoziieren
  • was du tun kannst um dich dem Fühlen wieder anzunähern

Ich arbeite in einem Beruf, in dem es ziemlich emotional zugeht. Als Therapeutin und Traumatherapeutin bin ich tagtäglich mit Menschen in Kontakt, die oft von intensiven Gefühlen begleitet sind oder mit intensiven Gefühlen zu tun haben. Trotzdem ist es nicht so, dass hier täglich Menschen sitzen, die ausschließlich in Tränen aufgelöst, schäumend vor Wut oder vor Angst schlotternd, also im Gefühl sind. Meistens ist es eher so, dass die Arbeit darin besteht, sich den Gefühlen, die da sind, sanft anzunähern, um überhaupt mit ihnen umgehen zu können. Diese kleine Einleitung weist eigentlich schon darauf hin, dass es in diesem Thema vor allem um den Umgang mit Gefühlen geht.

Gefühle in unserer Gesellschaft

Wir leben in einer Gesellschaft, in der es nicht gerade belohnt wird, wenn man Gefühle zeigt. Vielmehr wird in unserer gegenwärtigen Gesellschaftsform belohnt, honoriert oder auch erwartet, dass man funktioniert. Manchmal sogar, statt zu fühlen. Dass man seine Aufgaben erfüllt, dass man in einer konsequenten inneren und äußeren Haltung zuverlässig ist, ganz egal wie es einem gerade geht. Es gibt vielleicht die Ausnahme, dass man, wenn etwas Großes oder Schlimmes passiert ist, auch mal eine Pause braucht. Ansonsten wird in unserer Gesellschaft vom Menschen erwartet, dass er gleichförmig abliefert, unabhängig von inneren oder äußeren Umständen. Noch dazu gibt es Klischees, die mit Gefühlen verbandelt sind. Eine emotionale Frau wird oft als hysterisch oder hormongesteuert abgestempelt. Ein Mann, der seine Gefühle zeigt, ist wohl eher ein Weichei oder ein Waschlappen. Schon als Kinder kriegen wir solche Rollen bzw. Bewertungen unserer Gefühle zugeschrieben. Als Frauen, als Mädchen sollen wir keine Heulsusen sein und bei Männern heißt es „Ein Indianerherz kennt keinen Schmerz“. Wir leben also in einer Gesellschaft, in der das Ausdrücken, das Zeigen und vielleicht sogar das Fühlen von Gefühlen, von Emotion als hinderlich beschrieben und bewertet werden. Oft auch als störend, nicht erwünscht und manchmal oder vielleicht sogar latent grundsätzlich als beschämend und schwach. Gefühle zu haben ist hinderlich für die Leistung. Wenn Gefühle honoriert sind in unserer Gesellschaft, dann sind es die Gefühle, die in die Erwartungen, die gesellschaftlich da sind, hineinpassen. Es ist zum Beispiel willkommen, dass man stets fröhlich, motivierend und mitreißend ist. Aber es ist nicht unbedingt erwünscht, dass man eine laute Lache hat, die vielleicht schrill oder lustig ist, weil das vielleicht schon wieder störend wirkt. Dass unsere Gesellschaft so gefühlsgehemmt ist und besonders solche Gefühle wie authentische Aggression, das Zeigen von authentischer Traurigkeit, so verarmt sind, dass sie einfach nicht vorkommen, hat nach meinem Vermuten mal wieder mit unserer kollektiven Traumatisierung zu tun. Mit der Tatsache, dass wir als Gesellschaft im Moment, wie in meinem letzten Podcast auch beschrieben, in einer Zeitspanne leben, wo wir aus einer kollektiven Traumatisierung langsam aufzuwachen beginnen. Zu unserer kollektiven Traumatisierung, besonders hier in Deutschland oder allen anderen weltkriegsgebeutelten Nationen gehört, dass Gefühle unterdrückt werden müssen, damit man funktionieren und wieder aufbauen kann. Gleichzeitig ist es aber so, dass wir unsere Gefühle sehr dringend brauchen, um sowohl innerlich gesund zu bleiben als auch um gesunde Beziehungen zu führen und in dieser Welt auf eine gesunde Art zu agieren.

Warum sind Gefühle wichtig?

Einfach gesagt, weil wir soziale Wesen sind. Weil wir über unsere Gefühle verbunden sind und uns verstehen. Wir haben eine emotionale Intelligenz und können über unsere Gefühlsebene Dinge oft schon einordnen oder auf eine Art begreifen, lange bevor wir sie kognitiv verstehen. Ich glaube, dass Gefühle ursprünglich so etwas wie einen inneren Kompass darstellten…

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